Die Diskrepanz zwischen Vorstellung und Erfahrung

Ich erinnere mich an einen Post meines alten Blogs, wo ich über den Paar-Tanz sinnierte. Wie es wohl sein würde, beim Paartanz die Führung (als Frau) abzugeben und sich darauf zu verlassen, dass der Mann führt. Und somit die Verantwortung hat. Nicht korrigierend einzugreifen, nicht „den Lead“ zu haben.

 

In der Fantasie male ich mir manchmal Dinge aus, stelle mir Situationen vor, wie sie wohl ausgehen werden. Wie ich mich wohl fühlen würde, welche Herausforderungen wohl gestellt würden. Und alles erscheint so … einfach, logisch und vorhersehbar. Mit links zu bewältigen, berauschend in den positiven Resultaten – oder genau das Gegenteil.

 

Nur: Die grösste Erfahrung und die lebendigste Fantasie reichen nicht aus, um vorauszusehen, was effektiv passieren wird.

 

Der Salsa-Tanzkurs war toll. Viele Leute, cooler, easy-going Lehrer. Zügiges Tempo – und ein Partner, der mich positiv (tänzerisch und menschlich) überraschte. Es war ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Besser, länger, lustiger, freudiger.

 

Das ist nicht immer so. Oft ist die Vorstellung einer Siuation schöner als die Erfahrung der Situation an sich. Wenn der Wunsch in Erfüllung geht, ist er oft gar nicht mehr das, was man wirklich will. Doch im vornherein dies zu wissen, ist kaum möglich – ohne die Erfahrung. Also bleibt einem oft nur eines: Mit offenen Augen und Herzen mitten in die Situation hineingehen und sich dabei stets genau zu beobachten.