Verständnis bis zum bitteren Ende?

Verständnis zu haben bedeutet nicht, jede Aktion einer Person zu tolerieren und nett dabei zu nicken. Verständnis zu haben heisst nicht, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu ignorieren oder zu unterdrücken. Gewisse Verhaltensweisen kann ich besser verstehen, weil ich auch mal in einer ähnlichen Situation war. Andere Reaktionen meiner lieben Mitmenschen irritieren mich. Ich mag ihre Beweggründe verstehen, doch tolerieren mag ich ihr Verhalten nicht mehr.

 

In der Meditation wie auch im Yoga versuchen wir zu lernen, mit offenem und liebevolle Herzen jemanden zu akzeptieren. Das heisst aber nicht, dass wir alles erdulden müssen. Jeder ist frei zu entscheiden, ob er/sie in meinem Umfeld sein will oder nicht. Manchmal ist eine Trennung der grössere Akt des Verständnisses – für beide Parteien. Die fremden wie auch eigenen Ressourcen kennen und daraufhin die realistische Lösung erarbeiten. Denn die Zeit ist kostbar und rar. Was soll man sie mit Menschen/Umständen verbringen, die einem nicht gut tun?

 

Verständnis setzt verstehen voraus. Und um zu verstehen, braucht es Zeit. Manchmal viel Zeit. Wieviele Menschen verstehen wir schon? Für wen wollen wir uns Zeit nehmen, um diese Person zu verstehen? Hilft da Meditation? Hilft da Yoga und Kung Fu? Oder sind sie „nur“ Mittel zur Selbsterkenntnis?