Verständnis - Yoga - Toleranz

In Patanjalis Yoga Sutren wird der Weg hin zur Harmonie, zum Yoga, als achtfacher Pfad beschrieben. Die körperlichen Übungen sind ein Teil davon. Doch es gibt noch 7 weitere Pfade.

 

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Ein sehr empfehlenswertes Buch über den Yoga und seine Geschichte.

Der erste Pfad ist Yamas, der Umgang mit seiner Umwelt. Die Yamas bestehen aus 5 Werten:

  • Ahimsa
  • Satya
  • Asteya
  • Aparigraha
  • Brahmacharya

ahimsa = Gewaltlosigkeit

Heute möchte ich auf Ahimsa eingehen. Oft als Gewaltlosigkeit / nicht töten interpretiert, möchte ich heute einen weiteren Aspekt hinzufügen. Für mich ist Ahimso nicht nur Gewaltlosigkeit im Handeln (Töten, Schlagen, etc.) oder in der Sprache oder Gedanken (jemandem was böses wünschen, fluchen etc.), sondern für mich geht Ahimsa noch viel weiter. Es bedeutet für mich eine innere Haltung, in der jedwelche Böswilligkeit, jegliche Bösartigkeit fehlt.

 

Auch das scheint jedem/jeder völlig logisch.

 

Doch bestimmt habt ihr es auch schon erlebt, wie ihr oder jemand anders sich besser fühlt, wenn er/sie eine "Debatte" gewinnt. Es geht dabei nicht um die Debatte selber, sondern ums "Dissen", dieses "Yeah, dem hab ich's jetzt aber gezeigt!". Das ist für mich ebensowenig gewaltlos wie jemandem die Faust ins Gesicht zu schlagen.

 

Sich besser zu fühlen, weil man (glaubt) jemanden "klein" gemacht hat ist in keinster Art Ahimsa.

Du kannst 1000 Mal deine Mantras rezitiert haben und stundenlang meditieren: Wenn du stolz darauf bist, wie du jemandem gezeigt hast, wie überlegen du bist / wieviel mehr du zu meinen scheinst - dann bist du nicht weiter als ein Nicht-Yogi. Zurück zu Feld 1.

 

Oft wird unter dem Mantel der "Ich bin halt brutal ehrlich" (und der wird auch noch mit Stolz präsentiert) auch bissig und gehässig kommuniziert oder man wird sogar persönlich. Das wird dann halt gerne mit "Ich darf doch noch meine Meinung sagen!" verteidigt. Darf man, ja.

 

Dann darf man sich auch die Wahrheit anhören: Das ist nicht ehrlich, das ist einfach nur bissig. Es mag Wahrheit in der Aussage stecken, doch die Bissigkeit, das Gehässige bleibt ebenso.

 

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Buddha soll mal gesagt haben: Lass deine Worte durch 3 Tore passieren.

  1. Ist das was du sagen willst notwendig?
  2. Ist das was du sagen willst und notwendig ist, wahr?
  3. Ist das was du sagen willst liebevoll formuliert?

Wenn deine Worte eines dieser 3 Tore nicht passieren kann - dann sag es nicht. Denn du bist somit (Ahimsa!) aufgefordert, deine Worte wahr und liebevoll zu formulieren. Das bedeutet natürlich, dass du an deinen Themen ebenso arbeiten musst wie der andere.

 

gelebter Yoga im Alltag

Was bedeutet das für uns als Yogis und Yoginis?

 

Einerseits bedeutet es, unsere Gedanken, unsere Worte und unser Tun auf Ahimsa auszurichten. Andererseits bedeutet es aber auch, dass man sich nicht diese Gewalt antun lassen muss. Du darfst liebevoll aber bestimmt jemanden den Spiegel vorhalten.

 

Wir akzeptieren zwar die Handlung, aber wir müssen sie nicht tolerieren.

 

Verständnis zu haben bedeutet nicht, jede Aktion einer Person zu tolerieren und nett dabei zu nicken. Verständnis zu haben heisst nicht, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu ignorieren oder zu unterdrücken. Gewisse Verhaltensweisen kann ich besser verstehen, weil ich auch mal in einer ähnlichen Situation war. Andere Reaktionen meiner lieben Mitmenschen irritieren mich. Ich mag ihre Beweggründe verstehen, doch tolerieren mag ich ihr Verhalten nicht mehr.

 

In der Meditation wie auch im Yoga versuchen wir zu lernen, mit offenem und liebevolle Herzen jemanden zu akzeptieren. Das heisst aber nicht, dass wir alles erdulden müssen. Jeder ist frei zu entscheiden, ob er/sie in meinem Umfeld sein will oder nicht. Manchmal ist eine Trennung der grössere Akt des Verständnisses – für beide Parteien. Die fremden wie auch eigenen Ressourcen kennen und daraufhin die realistische Lösung erarbeiten. Denn die Zeit ist kostbar und rar. Was soll man sie mit Menschen/Umständen verbringen, die einem nicht gut tun?

 

Verständnis setzt verstehen voraus. Und um zu verstehen, braucht es die Bereitschaft, dich verstehen zu wollen und Zeit. Manchmal viel Zeit. Wieviele Menschen verstehen wir schon? Für wen wollen wir uns Zeit nehmen, um diese Person zu verstehen?

 

Wer dich nicht verstehen will und anhand eines kleinen Ausschnittes sich ein Bild von dir zusammenzimmert - und das behalten will: Lass ihn. Du weisst ja: Du bist viel mehr als der kleine Ausschnitt, den diese Person sieht.

 

Ein Gleichnis für Akzeptanz und Gelassenheit

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Stell dir vor, jemand nicht wertschätzend dir gegenüber. Dies ist so als würde ein kläffender Hund vor deiner Türe stehen. Du kannst die Türe öffnen und den Hund beobachten (= die Situation akzeptieren), aber

  • du musst weder dort stehen bleiben noch
  • dich weiter ankläffen lassen
  • noch musst du den Hund hineinbitten.

Du kannst schlicht die Türe wieder schliessen.

 

 

PS:

Es gibt übrigens keinen Wettlauf, wer yogischer ist als der andere. :) Das ist eine Illusion. Begib dich einfach auf die Reise zum Yoga, ohne den anderen belehren zu müssen, dass sein Weg der "falsche" ist. Fragt er dich, antworte. Fragt er dich nicht, halt doch einfach die Klappe. ;)

 

https://www.yoga2day.ch/leidenschaft-yoga/

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