Sind Yogalehrer automatisch auch Coaches?

Die mentale Gesundheit gewinnt immer mehr an Bedeutung. Und das ist super so. Yoga ist sehr hilfreich, um die Menschen resilienter, entspannter, gelassener und stressresistenter zu machen. Yogalehrer und Yogalehrerinnen erschaffen einen Raum, in dem Menschen sich fallen lassen können und sich wieder selber spüren können. Doch sind Yogalehrer/innen automatisch Coaches?

 

So gern du jetzt „Ja“ rufen möchtest, die Antwort lautet Nein. Der Titel Coach ist zwar nicht geschützt, aber ein Coach braucht ganz spezifische Fähigkeiten. Wenn du diese (noch) nicht kennst, ist es verständlich, dass du Yogalehrer/in und Coach in einen Topf werfen möchtest. Darum hier ein kleiner Einblick, wie Coaches arbeiten.

 

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Ein Yoga Teacher mag sich auch Probleme anhören, doch sind sie (wie die meisten Menschen) schnell darin, Ratschläge zu erteilen.

  • Du hast Liebeskummer? Mach ein paar Pranayama Techniken zum Loslassen.
  • Du hast Stress? Mach deine Sonnengrüsse am Morgen und du startest ruhig in den Tag.
  • Du hast Mühe dich abzugrenzen? Setz dich hin und meditiere.

So arbeitet ein Coach nicht.

Was zeichnet einen Coach aus?

Coaches sind keine «Lösungsgeber» oder «Rezeptlieferanten» oder «Problemlöser», sondern «Befähiger» und «Ermöglicher». Sie helfen Perspektiven aufzuzeigen und Perspektiven zu wechseln.

 

Haltung eines Coaches

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Neutralität

Neutralität ist eine wichtige Haltung von Coaches. Sie beinhaltet eine gelassene Neugier gegenüber allen Sichtweisen, Erklärungen und Werten – und seien sie dem Coach noch so fremd.

 

Grundhaltung des Nicht-Wissens

Coaches übernehmen nicht die überlegene Haltung des Experten. Sondern Coaches bleiben in der bescheidenen Haltung des Nicht-Wissens – in der Überzeugung, dass der Klient tief in sich weiss, was das Beste für ihn ist. Diese Haltung ist grundlegend anders als jene eines Yoga Teachers. Als Yoga Teacher sind wir die Experten und geben wir vor was zu tun/fühlen/denken ist.

 

Wertschätzung und Respekt für die Person

Die Basis einer fruchtbaren Zusammenarbeit, sind Respekt und Wertschätzung für die Person des Coachees Voraussetzung. Das äussert sich in der Kommunikation und im Umgang mit dem Gegenüber.

 

Lösungs- und Ressourcenorientierung

Beim Coaching wandert der Fokus vom Individuum hin zum Kontext der Problementstehung. Wenn das Problem eruiert ist, wird lösungsorientiert weiter gefragt/gearbeitet. Das bedeutet, mit gezielten Fragen wird nach der Lösung geforscht (und nicht mehr der Fokus auf das Problem gelegt).

 

Kundenorientierung

Der Coachingprozess orientiert sich primär an den Interessen und Zielen ihrer Klienten beziehungsweise Coachees. Der Coachee mag ein ganz anderes Bedürfnis und eine ganz andere Lösung haben als der Coach.

 

Und dieser Prozess ist total konträr zur Arbeit des/der Yogalehrers/in. Denn meistens geben Yogalehrer/innen vor, was man nun zu tun/fühlen/loslassen hat. Als Coach hingegen fragst du, was der Klient fühlen/denken/machen möchte.

 

Die Wahrheit ist eine subjetive Konstruktion

Gefragt wird im Coaching nicht danach, wie es „wirklich“ ist, sondern nach Ideen und Bedeutungsmöglichkeiten. Denn die „Wirklichkeit“ wird stets als eine subjektive (also vom Individuum selbst konstruierte) erachtet, in die unter anderem individuelle Erfahrungen und Werte einfliessen.

 

Auch wenn du glaubst, die absolute Wahrheit zu erkennen (weil du als Yogalehrer/in so viel sattviger bist als andere): sie ist trotzdem eine subjektive Konstruktion von dir.

 

Was tun Coaches nun wirklich?

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Aktives Zuhören

Wir hören zu und hören doch nicht zu. Meistens befinden wir uns in der Interpretation einer Aussage, bilden unsere eigenen Meinungen dazu und sind schnell bereit, unser Bild dem anderen aufzudrücken.

 

Aktives Zuhören bedeutet aber das Gegenteil. Wir hören den Fakten zu, nehmen die Person empathisch wahr (auch non-verbal) und validieren unser Verständnis mit dem SPIEGELN.

 

Aktives Zuhören zeichnet sich durch folgende Kriterien aus:

  • ausreden lassen: Wir lassen das Gegenüber stets ausreden. Wir fallen nicht ins Wort, sondern bleiben ruhig und aufmerksam.
  • Aufmerksamkeit signalisieren: Wir geben während Rückmeldungen während des Zuhörens wie ein Kopfnicken oder Lächeln, um zu signalisieren, dass wir präsent sind.
  • Keine Beurteilung, keine Interpretation: Wir vermeiden es, während des Zuhörens zu beurteilen. Alles was gesagt wird, darf gesagt werden und wird nicht als gut, schlecht, eklig, seltsam etc. beurteilt.
  • Spiegeln: Wir stellen Rückfragen zur Überprüfung unseres Verständnisses: „Ich habe Sie jetzt so verstanden, dass ...?“

Die richtige Fragen stellen

Wenn der Coach also aktiv zugehört hat, kann er/sie die richtige Fragen stellen. Mit den richtigen Coaching-Tools (Lebensrad, Timeline, Perspektivenwechsel...) kommen Coach und Coachee dann auf die für den Coachee passende Lösung.

 

Das tönt jetzt sehr einfach. Aber glaub mir, ist es nicht. Nur schon das aktive Zuhören und Spiegeln ist schwierig. Wie das geht findest du in diesem Artikel "Coaching - auch für Yogalehrer/innen!" >>

 

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Zuhören will gelernt sein. Ohne zu interpretieren, ohne zu werten.

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